Labranda

Entfernung 85 km; Fahrtzeit 90 Minuten

Folgen Sie der Strasse über Bodrum nach Milas. Dort fahren Sie Richtung Söke/Izmir. Gegen Ende der Strasse durch Milas sehen Sie den Hinweis auf braunem Schild nach Labranda und fahren nach rechts. Nach ca. 14 km erreichen Sie diese antike Stätte eines Heiligtums.

Labranda war das Heilgtum des Gottes Zeus Labrandos.

Die ältesten Ruinen stammen aus der Zeit des sechsten Jahrhunderts vor Christus. Damals und im fünften Jahrhundert vor Christus bestand das Heiligtum aus einer künstlich eingeebneten Fläche, auf der der Tempel des Zeus Labrandos erbaut war.

Dort fand auch eine große Schlacht der Antike statt. Im Jahre 497 wurde hier die Karische Armee mit den verbündeten Miletern vom persischen Heer besiegt.

Im 4. Jahrhundert v. Chr. gewann der Tempel mit seinem Heilgtum überregionale Bedeutung.

Während der Regentschaft des Königs Mausolos (377 - 352 v. Chr.) und des Königs Idreus (351 - 344 v. Chr.), die als Satrapen des Persischen Königs fungierten (Satrap = Statthalter), wurde die Bedeutung noch deutlich aufgewertet.

Andron A
Andron A

Einer Legende nach wurde König Mausolos beim jährlichen religiösen Fest in letzter Minute vor einem Mordanschlag gerettet.

 


Zum Dank ließ er mehrere Bauwerke errichten, die teilweise heute noch gut zu sehen sind:

einige künstlich angelegte Terrassen, ein kleines dorisches Gebäude, eine große Treppe, zwei große Festhallen (Andron A u. B), ein Gebäude mit Vorhalle (Oikoi), eine Stoa ( philosophisches Lehrgebäude) und  einen Tempel mit Säulen für Zeus (siehe zweites Foto oben).

Lageplan von Labranda
Lageplan von Labranda

Mit dem Tod von König Idreus im Jahre 344 v. Chr. wurden weitere Baumaßnahmen eingestellt.

Nach einem großen Brand im 4. Jahrhundert n. Chr. verlor Labranda seine Bedeutung als Kultzentrum.

Andron A
Andron A

Die hier auf dem Foto zu sehenden Überreste des Andron A (Festhalle) wurden mit großer Wahrscheinlichkeit von König Idreus (351 . 344 v. Chr.) fertig gestellt.Seine weiße Marmorfront war 10m breit und 12m hoch, hatte 2 ionische Säulen und ein dorisches Fries mit Triglyphen (Zierplatten).

Im Inneren gab es Liegen entlang den Innenwänden, die bei heiligen Festmahlen genutzt wurden und entlang der inneren Rückseite des Gebäudes standen vermutlich in einer Nische die Statuen des Königs Idreus, seiner Gemahlin Ada und des Gottes Zeus Labrandos.

Es gibt auch eine berühmte Quelle in Labranda. Sie finden den Brunnen mit der alten Quelle am Fuße des Hanges unterhalb des großen Felsenteils.

Möglicherweise war hier in der frühesten Zeit Labrandas auch der Ort der Zeusverehrung gelegen.

Es gab 32 weitere gefasste Quellen in der Gegend von Labranda und im Bereich der Strasse nach Mylasa (Milas), die überwiegend im 4. Jahrhundert n. Chr. angelegt wurden.

Wenn Sie heute in einem Lebensmittelmarkt Quellwasser kaufen, so erhalten Sie oft das erfrischende und gut schmeckende Labranda-Wasser.


Steigen Sie den Hang von der Quelle aus nach links hoch bis Sie sich links vom großen Felsen befinden. Dort befindet sich ein großes Grab aus dem 4. Jahrhundert v. Chr.


Betreten Sie die Grabanlage. Im Inneren finden Sie fünf Steinsärge unter einem Scheingewölbe.

Leider ist nicht bekannt, wer das Grabmal für wen erbauen ließ.....